Zum Inhalt springen

Kosten & Entscheidung

Was kostet ein Restaurant-Bestellsystem? Eine Rechnung fürs erste Jahr

119 € im Monat sind nur ein Teil der Rechnung. So vergleichen Sie Startkosten, Zahlungsgebühren und Provision bei gleichem Umsatz und gleichem Leistungsumfang.

Was kostet ein Restaurant-Bestellsystem? Eine Rechnung fürs erste Jahr: erklärende Illustration
Rechenbeispiel fürs erste Jahr: 2.730 € eigener Shop gegenüber 3.600 € im angenommenen Provisionsmodell. Grafik vergrößern
Worauf es ankommt

Vergleichen Sie das erste Jahr einschließlich Einrichtung. Nur realistisch erwarteter Direktumsatz gehört in die Kalkulation.

Ein Angebot nennt 29 € im Monat, ein anderes „0 % Provision“, ein drittes enthält Tablet und Drucker. Daraus lässt sich noch keine sinnvolle Rangfolge bilden. Für einen Kostenvergleich von Online-Bestellsystemen für Restaurants müssen dieselben Aufgaben, derselbe Zeitraum und derselbe Bestellumsatz in jeder Rechnung stehen.

Dieser Beitrag hilft Ihnen, Angebote aufzuschlüsseln. Es handelt sich nicht um eine aktuelle Preisliste fremder Anbieter. Die genannten Provisionen und Zahlungsgebühren sind ausdrücklich Rechenannahmen. Verbindlich sind Ihr jeweiliges Angebot und Ihre Abrechnungen.

Sechs Positionen gehören auf den Vergleichszettel

Diese Kosten sollten vor einer Entscheidung geklärt sein
PositionKonkret nachfragen
EinrichtungWer überträgt Gerichte, Größen, Extras, Lieferregeln und Bilder?
Laufender BetriebWas kosten Hosting, Wartung, Änderungen und Support?
Umsatzabhängige GebührenWelcher Satz gilt auf welche Bemessungsgrundlage?
ZahlungsabwicklungProzentsatz, fixer Betrag je Zahlung, mögliche weitere Gebühren?
HardwareKauf, Miete oder Überlassung? Wer trägt Ersatz und Rücksendung?
Interne ArbeitWie viel Einrichtung, Kartenpflege und Bestellkontrolle bleibt beim Team?

Tragen Sie neben jeden Betrag auch den Leistungsumfang ein. „Support enthalten“ kann unterschiedliche Erreichbarkeit und Zuständigkeit bedeuten. „Hardware inklusive“ beantwortet noch nicht, wem das Gerät gehört oder was beim Vertragsende passiert.

Was ein Festpreis aussagt – und was nicht

Ein monatlicher Festpreis macht einen Teil der Rechnung unabhängig vom Umsatz. „0 % Bestellprovision“ bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Online-Zahlungen oder die eigene Auslieferung kostenlos sind. Klären Sie Zahlungsarten und Konditionen gesondert. Kosten für Fahrer, Verpackung und Werbung sind nur dann ein Unterschied zwischen zwei Angeboten, wenn diese Leistungen tatsächlich unterschiedlich enthalten sind.

Vergleichen Sie einen eigenen Shop deshalb nicht ohne Anpassung mit einem Plattformangebot, das auch Kuriere stellt oder zusätzliche Reichweite bringt. Ein Webshop liefert den Bestellweg; er garantiert keine Nachfrage. Wie Sie mit vorhandenen Gästen einen direkten Bestellkanal aufbauen, beschreibt der Beitrag zu Direktbestellungen im Restaurant.

Beispiel: 2.000 € Umsatz und 80 Bestellungen im Monat

Wir rechnen zur Orientierung mit dem Lieferfrei-Startpaket von 750 € einmalig und 119 € monatlich, jeweils inklusive MwSt. Das Startpaket enthält Restaurant-Website mit Webshop, Tablet, Bondrucker und 5.000 DIN-A5-Flyer. Der Monatsbetrag deckt Hosting, laufenden Betrieb, Wartung und 24/7-Support. Die Mindestlaufzeit beträgt zwölf Monate.

Für dieses Beispiel setzen wir zusätzlich hypothetische Zahlungsgebühren von 1,5 % plus 0,20 € je Bestellung an und nehmen an, dass alle 80 Bestellungen so bezahlt werden. Diese Annahme ist kein zugesagter Zahlungsdienst-Tarif. Als Vergleich dient eine angenommene Bestellprovision von 15 %. Alle Beträge werden hier auf einer einheitlichen Bruttobasis verglichen; übernehmen Sie in Ihrer eigenen Kalkulation keine Netto- und Bruttowerte ungeprüft nebeneinander.

Modellrechnung bei 2.000 € vergleichbarem Monatsumsatz
PositionEigener ShopProvisionsmodell
Monatlicher Grundbetrag119,00 €In diesem Beispiel 0 €
Startpaket auf 12 Monate verteilt62,50 €In diesem Beispiel 0 €
Variable Zahlungskosten2.000 € × 1,5 % + 80 × 0,20 € = 46,00 €Als enthalten angenommen
Bestellprovision0 €2.000 € × 15 % = 300,00 €
Durchschnitt pro Monat im ersten Jahr227,50 €300,00 €
Zwölf Monate bei unveränderten Annahmen2.730,00 €3.600,00 €

Der rechnerische Unterschied beträgt 72,50 € pro Monat beziehungsweise 870 € im ersten Jahr. Die 62,50 € sind nur eine kalkulatorische Verteilung des Startpakets; tatsächlich sind 750 € einmalig vorgesehen. Zusätzliche Werbung, Rabatte, Arbeitszeit und unterschiedliche Lieferleistungen sind in der Tabelle noch nicht enthalten.

Ab welchem Umsatz gleichen sich die Kosten aus?

Ohne Einrichtung und zusätzliche Gebühren liegt die einfache Schwelle bei 119 € ÷ 0,15, also rund 793 € Monatsumsatz. Diese Zahl ist für das erste Jahr zu niedrig, sobald das Startpaket und Zahlungsgebühren mitgerechnet werden.

Im obigen Beispiel beträgt der mittlere Warenkorb 25 €. Die angenommene Gebühr von 0,20 € je Bestellung entspricht damit weiteren 0,8 % des Umsatzes. Zusammen mit 1,5 % sind das 2,3 %. Für das erste Jahr lautet die Rechnung deshalb: (119 € + 750 € ÷ 12) ÷ (15 % − 2,3 %) ≈ 1.429 € Monatsumsatz. Ändert sich der Warenkorb, ändert sich auch diese Schwelle.

Im Kostenrechner können Sie Umsatz, Vergleichsprovision und zusätzliche monatliche Kosten anpassen. Bei jeder Umsatzänderung müssen umsatzabhängige Zusatzkosten neu berechnet werden, wenn Sie sie dort als Monatsbetrag eintragen.

Nur realistische Direktbestellungen in die Rechnung aufnehmen

Ein Betrieb mit 10.000 € Plattformumsatz hat nicht automatisch 10.000 € Umsatz im eigenen Shop. Rechnen Sie zuerst mit einem vorsichtigen Szenario und dokumentieren Sie, wie Gäste den neuen Bestellweg finden sollen. Falls Sie einen Einführungsrabatt anbieten, gehört dieser in die Kalkulation.

Nutzen Sie außerdem ein schwaches Monatsszenario. Bei niedrigem Umsatz kann eine umsatzabhängige Gebühr unter einem festen Monatsbetrag liegen. Ein wirtschaftlicher Vergleich muss diesen Fall genauso zeigen wie den gut ausgelasteten Monat. Für die eigene Auslieferung hilft die getrennte Kalkulation von Tourkosten und Lieferzonen.

Garantie und Vertragsende separat prüfen

Die Lieferfrei-Garantie wird am Ende des sechsten Monats anhand des Webshopumsatzes aus diesem Monat geprüft. Liegen 119 € über einer beispielhaften Vergleichsprovision von etwa 25 % dieses Umsatzes, stehen 50 % Rabatt auf die Monate 7–12 oder eine vorzeitige Beendigung zur Wahl. Bei Beendigung enden Website und Webshop; Tablet und Bondrucker müssen zurückgegeben werden. Eine Erstattung bereits gezahlter Beträge ist damit nicht gemeint.

Die Garantie ist nicht in die obige Modellrechnung eingerechnet. Leistungsumfang und Bedingungen finden Sie auf der Preis- und Garantieseite. Fragen zu normalen Kündigungsfristen, Zahlungsgebühren oder zusätzlichen Schnittstellen sollten vor Abschluss im konkreten Angebot geklärt sein.

Vor der Entscheidung eine schwierige Bestellung vorführen lassen

Nehmen Sie eine echte Kombination aus Ihrer Karte mit in die Demo: zwei Größen, ein Extra, ein Küchenhinweis und eine Adresse an der Liefergrenze. Lassen Sie sich zeigen, was im Warenkorb, am Terminal und auf dem Bon erscheint. Erst danach ist klar, ob Sie technisch vergleichbare Leistungen gegenüberstellen. Unsere Abnahme-Checkliste hilft, offene Punkte schriftlich festzuhalten.

Über diesen Beitrag

Lieferfrei plant und betreut Restaurant-Webshops mit Bestellterminal und Bondrucker. Die Hinweise dienen der Vorbereitung Ihres Betriebs. Konkrete Funktionen und Leistungen stimmen wir vor der Einrichtung ab.

Unsere Projekte kennenlernen