Systemwechsel
GloriaFood-Alternative finden: sechs Kriterien und vier Testbestellungen
Ein neuer Bestellbutton ist schnell gesetzt. Ob ein System zu Ihrem Betrieb passt, zeigen Kosten, Marke und Bestellannahme – und eine Testbestellung mit Ihren schwierigsten Gerichten.

Entscheiden Sie nicht nach Funktionsliste, sondern nach einer Testbestellung: Größe, Extra, Hinweis und Lieferadresse müssen bis zum Küchenbon stimmen.
Bis zum Ende von GloriaFood am 30. April 2027 brauchen viele Betriebe ein neues Bestellsystem. Die Auswahl ist groß: Lieferplattformen, kostenlose Baukästen, Kassen mit Bestellmodul, betreute Webshops. Damit Sie Angebote vergleichen können, helfen sechs Kriterien – und vier Bestellungen, die jedes System vor Ihrer Entscheidung bestehen sollte.
1. Kosten: Provision oder fester Preis
Provisionsfrei heißt nicht kostenlos. Entscheidend ist, ob die Kosten mit jeder Bestellung steigen. Bei einer Provision zahlen Sie für jeden Stammgast bei jeder Wiederbestellung erneut. Ein fester Monatspreis macht Kosten planbar, lohnt sich aber erst ab einem bestimmten Umsatz, den Sie direkt abwickeln. Der Kostenrechner zeigt diese Schwelle mit Ihren Zahlen. Gebühren für Online-Zahlung kommen in beiden Modellen hinzu.
Wer GloriaFood wegen des kostenlosen Grundtarifs gewählt hat, sucht oft wieder etwas Kostenloses. Was dabei trotzdem Geld kostet, zeigt der Beitrag Kostenlose GloriaFood-Alternative?
2. Marke: Ihr Shop oder ein Eintrag in einer Liste
Gäste sollen bei Ihnen bestellen, nicht auf einer Plattform zwischen zwanzig anderen Pizzerien. Prüfen Sie: Läuft der Shop unter Ihrer Domain? Tragen Bestellseite, Bestätigung und Flyer Ihren Namen? Wem gehört die Adresse, die auf Ihren QR-Codes steht? Eine eigene Domain hat einen praktischen Vorteil: Wechseln Sie später erneut das System, leiten Sie den Link um, statt Drucksachen zu ersetzen.
3. Bestellannahme: Terminal und Bondrucker
Online-Bestellungen müssen dort ankommen, wo gearbeitet wird. Fragen Sie konkret: Auf welchem Gerät erscheint die Bestellung? Fällt sie auch im Lärm der Küche auf? Druckt der Bon, und steht das Extra bei der richtigen Pizza? Ohne diesen Ablauf schreibt Ihr Team Bestellungen ab oder ruft zurück – genau dann, wenn in der Stoßzeit keine Hand frei ist. Ob eine Übergabe an Ihre Kasse möglich ist, hängt von Hersteller und Schnittstelle ab. Mehr dazu unter Kasse & Bestellfluss.
4. Abholung und Lieferung: Regeln, die zum Betrieb passen
Lieferzonen, Mindestbestellwerte, Liefergebühren, Abholzeiten, kurze Pausen und Sonderöffnungszeiten wirken unspektakulär. Sie entscheiden aber, ob der Shop verspricht, was die Küche halten kann. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie an einem vollen Samstagabend die Lieferzeit verlängern oder Lieferungen für eine Stunde pausieren.
5. Einrichtung: selbst bauen oder einrichten lassen
Baukästen verlagern Arbeit in den Betrieb: Varianten anlegen, Bilder zuschneiden, Lieferzonen einzeichnen, Texte schreiben. Das geht, kostet aber Abende. Bei einer betreuten Lösung übernimmt der Anbieter diese Arbeit. Fragen Sie in beiden Fällen, wer Änderungen nach dem Start pflegt und wie schnell eine neue Preisliste online ist.
6. Support und Daten
Wen erreichen Sie am Freitagabend um 19 Uhr, wenn keine Bestellung ankommt – ein Ticketsystem oder einen Menschen am Telefon? Klären Sie außerdem, wer die Kundendaten verwaltet und ob Sie Speisekarte und Bestellungen exportieren können. GloriaFood zeigt, warum das wichtig ist: Endet ein Dienst, brauchen Sie Ihre Daten in einer Form, die ein anderes System lesen kann.
Vier Testbestellungen vor der Entscheidung
Viele Vorführungen zeigen einen Warenkorb mit einer Margherita. Ihr Alltag sieht anders aus. Spielen Sie deshalb diese vier Bestellungen durch, am besten mit Gerichten aus Ihrer eigenen Karte:
| Testbestellung | Darauf achten |
|---|---|
| Zwei gleiche Gerichte mit unterschiedlichen Extras | Jede Variante steht eindeutig im Warenkorb und auf dem Bon. |
| Ein Menü mit Pflichtauswahl, etwa mit Getränk | Pflichtauswahl, Aufpreis und Endpreis passen zusammen. |
| Eine Adresse am Rand einer Lieferzone | Gebiet, Mindestbestellwert und Lieferkosten sind korrekt. |
| Eine Abholung kurz vor Bestellschluss | Die angezeigte Zeit passt zu Küche und tatsächlicher Annahme. |
Bitten Sie danach jemanden aus der Küche, die Bestellung nur anhand des Bons zu erklären. Sind Größe, Extras, Anzahl und Hinweise ohne Rückfrage verständlich? Notieren Sie für jede Anforderung „gezeigt“, „noch zu prüfen“ oder „nicht verfügbar“. Halb-und-halb-Pizza oder frei zusammengestellte Menüs sind keine Standardfunktion jedes Systems – lassen Sie sich solche Fälle ausdrücklich bestätigen.
Wie ein solcher Ablauf aussieht, können Sie in unserer Demo-Bestellung selbst ausprobieren: vom Warenkorb über das Terminal bis zum Küchenbon.
Drei Wege im Vergleich
| Weg | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|
| Lieferplattform | Reichweite bei neuen Gästen, auf Wunsch Fahrer der Plattform | Provision pro Bestellung, wenig Einfluss auf Auftritt und Kundenkontakt |
| Kostenloser Baukasten | Niedrige Einstiegskosten, schneller Start | Viel Eigenarbeit, Zusatzfunktionen oft kostenpflichtig, Support je nach Anbieter eingeschränkt |
| Betreuter Restaurant-Webshop | Einrichtung, Geräte und Support aus einer Hand, feste Kosten | Monatlicher Festpreis auch in ruhigen Monaten, Mindestlaufzeit |
Die Wege schließen sich nicht aus: Eine Plattform kann neue Gäste bringen, während Stammgäste im eigenen Shop bestellen. Wichtig ist, dass Sie die Kosten beider Wege mit denselben Zahlen vergleichen.


