Wirtschaftlichkeit
Lieferando-Provisionen senken: mit dem richtigen Umsatz rechnen
Ein eigener Shop kann Vermittlungskosten reduzieren. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom tatsächlichen Direktumsatz und den zusätzlichen Kosten ab.

Rechnen Sie nur mit Bestellungen, die wirklich über den eigenen Shop kommen könnten. Plattformumsatz lässt sich nicht vollständig als Ersparnis ansetzen.
Wer die monatliche Plattformabrechnung sieht, möchte die Provision oft direkt mit einer günstigen Shopgebühr vergleichen. Der Vergleich ist erst aussagekräftig, wenn auf beiden Seiten derselbe Umsatz und vergleichbare Leistungen stehen.
Eine transparente Beispielrechnung
Angenommen, Ihr Restaurant erzielt künftig 2.500 € Monatsumsatz direkt, der sonst zu einer angenommenen Provision von 15 % abgewickelt würde. Die vermeidbare Provision beträgt dann 375 €. Der Prozentsatz ist ein Rechenbeispiel, kein behaupteter Lieferando-Tarif.
| 2.500 € × 15 % | 375 € Plattformprovision |
|---|---|
| Lieferfrei-Monatspreis | 119 € inkl. MwSt. |
| Differenz vor Zusatzkosten | 256 € |
| Angenommene zusätzliche Kosten | 80 € |
| Verbleibender Kostenvorteil im Beispiel | 176 € |
Das einmalige Startpaket kostet zusätzlich 750 € inklusive MwSt. Bei zwölf gleichen Monaten beträgt der Kostenvorteil dieses Beispiels deshalb 12 × 176 € − 750 € = 1.362 € im ersten Jahr, ohne Garantierabatt. Einmal- und laufende Kosten gehören beide in die Entscheidung.
Die 80 € dienen ebenfalls nur der Illustration. Setzen Sie Ihre tatsächlichen Mehrkosten ein. Vergleichen Sie Netto- mit Nettobeträgen beziehungsweise Brutto- mit Bruttobeträgen und prüfen Sie, auf welche Umsatzbasis Ihre Provision berechnet wird.
Welche Kosten kommen im eigenen Kanal hinzu?
Typische Positionen sind Online-Zahlung, Werbematerial, Pflege und gegebenenfalls Zustellung. Wenn bisher Plattformkuriere fahren, sind eigene Fahrer kein kostenloser Ersatz. Auch Rabatte zur Einführung mindern den Deckungsbeitrag.
Gemeinsame Kosten beider Wege gehören nicht doppelt in den Vergleich. Wareneinsatz und bereits bestehendes Personal fallen möglicherweise in beiden Fällen an. Entscheidend ist die zusätzliche Belastung oder Entlastung durch den neuen Bestellweg.
Den nötigen Direktumsatz ermitteln
Für einen einfachen Fixkostenvergleich gilt: (Shopgebühr + monatliche Zusatzkosten) ÷ Provisionssatz. Den Satz dabei als Dezimalzahl verwenden. Bei 119 € und 15 % ergibt das ohne Zusatzkosten etwa 793,33 € Umsatz, bei dem sich beide Kostenpositionen ausgleichen.
Einmalige Einrichtungskosten, unterschiedliche Leistungen oder umsatzabhängige Zahlungsgebühren benötigen eine gesonderte Betrachtung. Der interaktive Kostenrechner macht die einfachen Annahmen sichtbar und zeigt auch, wenn der eigene Shop mehr kostet.
Nach dem Start mit echten Werten nachrechnen
Erfassen Sie Direktumsatz, Bestellungen und die tatsächlich angefallenen Kosten. Trennen Sie neue Nachfrage von verlagerten Bestellungen, soweit das möglich ist. Wenn der Shop weniger genutzt wird als erwartet, prüfen Sie zunächst Bestelllinks, mobile Bedienung und Annahmeprozess.
Wie Sie Gäste auf den eigenen Bestellweg aufmerksam machen, beschreibt der Beitrag zu Direktbestellungen im Restaurant. Ob Sie Plattform und Webshop parallel einsetzen, bleibt eine betriebliche Entscheidung.


