Kosten & Provisionen
Lieferando, Uber Eats und Wolt: Provisionen im Vergleich
Keine der drei großen Plattformen veröffentlicht eine feste Preisliste für Restaurants. Was bekannt ist, stammt aus Interviews und Ratgebern. Hier sind die berichteten Sätze mit Quelle und Datum – und der Weg zu Ihrer tatsächlichen Quote.

Vertrauen Sie keiner Tabelle mehr als Ihrer eigenen Abrechnung. Teilen Sie alle Gebühren eines Monats durch den Bestellumsatz – das ist Ihre echte Quote.
Wer über Lieferplattformen verkauft, zahlt für jede Bestellung eine Provision. Wie hoch sie ist, hängt von der Plattform, vom Liefermodell und vom einzelnen Vertrag ab. Öffentliche Preislisten gibt es nicht: Laut einem Ratgeber von SumUp veröffentlicht Lieferando auf seiner Internetseite keine Konditionen und behält sich vor, Partnern unterschiedliche Preise anzubieten. Die folgenden Zahlen sind deshalb Richtwerte. Sie helfen bei der Einordnung, ersetzen aber nicht den Blick in Ihren Vertrag.
Stand: 17. Oktober 2026. Alle Prozentsätze stammen aus den unten verlinkten Quellen und beziehen sich auf den Bestellumsatz.
Die berichteten Sätze im Überblick
| Plattform | Restaurant liefert selbst | Plattform liefert | Quelle |
|---|---|---|---|
| Lieferando | 13 % | 30 % | Aussage der damaligen Deutschland-Chefin gegenüber Hogapage, Februar 2021 |
| Lieferando | 14 % | 30 % | „wird berichtet“, SumUp-Ratgeber, Oktober 2024 |
| Uber Eats | 15 % | 30 % | SumUp-Ratgeber, Oktober 2024; zusätzlich Aktivierungsgebühr für das Startpaket |
| Wolt | 25–30 % insgesamt, nicht nach Liefermodell aufgeteilt | Hogapage, Februar 2021 | |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegen die Angaben teils Jahre zurück. Zweitens unterscheiden sich schon die Zahlen für Lieferando je nach Quelle um einen Prozentpunkt. Laut Hogapage gilt der niedrigere Satz für Restaurants, die selbst ausliefern – nach Aussage von Lieferando damals rund 90 Prozent der Partner.
Warum die Zahlen nur Richtwerte sind
- Verträge sind individuell. Konditionen können sich nach Region, Umsatz oder Zeitpunkt des Vertragsschlusses unterscheiden.
- Die Provision ist nicht alles. Hinzu kommen je nach Plattform und Vertrag Gebühren für Zahlungen, Startpakete, Werbung oder bessere Platzierungen.
- Die Bezugsgröße variiert. Ob ein Satz auf den Bestellwert mit oder ohne Liefergebühr, mit oder ohne Umsatzsteuer berechnet wird, steht im Vertrag.
- Das Liefermodell entscheidet. Wer die Fahrer der Plattform nutzt, zahlt laut den Quellen etwa das Doppelte. Auf dem Land bietet nicht jede Plattform eigene Fahrer an.
So lesen Sie Ihre Abrechnung
Ihre tatsächliche Quote ermitteln Sie in fünf Minuten. Nehmen Sie die Abrechnungen eines vollständigen Monats und notieren Sie:
- den gesamten Bestellumsatz über die Plattform,
- die Provision,
- alle weiteren Gebühren: Zahlung, Service, Werbung, Geräte,
- die Summe aus Provision und weiteren Gebühren, geteilt durch den Bestellumsatz.
Ein frei gewähltes Rechenbeispiel: 4.000 € Bestellumsatz im Monat, 520 € Provision und 60 € weitere Gebühren ergeben 580 € Kosten. Das sind 14,5 Prozent – also mehr als der vereinbarte Provisionssatz von 13 Prozent. Diese Gesamtquote ist die Zahl, mit der Sie andere Bestellwege vergleichen sollten.
Prüfen Sie außerdem, welcher Anteil der Bestellungen von Stammgästen kommt. Wer regelmäßig bei Ihnen bestellt, kennt Sie bereits. Für diese Bestellungen zahlen Sie die Provision trotzdem jedes Mal. Wie Sie solche Gäste auf einen direkten Bestellweg bringen, beschreibt der Beitrag Direktbestellungen steigern.
Was ein eigener Webshop dagegen kostet
Ein eigener Webshop kostet keinen Prozentsatz, sondern einen festen Betrag. Bei Lieferfrei sind das im ersten Jahr 2.178 € inklusive MwSt.: das Startpaket für 750 € plus zwölf Monate zu je 119 €. Das entspricht im Schnitt 181,50 € pro Monat, ab dem zweiten Jahr 119 €. Eine Provision auf Direktbestellungen fällt nicht an, Gebühren für Online-Zahlung berechnet der Zahlungsdienst. Die Einzelheiten stehen auf der Preisseite.
Wichtig für den fairen Vergleich: Dem Festpreis stehen nur die Bestellungen gegenüber, die Gäste direkt bei Ihnen aufgeben, nicht Ihr gesamter Plattformumsatz. Sinnvoll kann deshalb beides sein: die Plattform für neue Gäste, der eigene Shop für Stammgäste. Ab welchem direkten Umsatz sich der Festpreis rechnet, zeigt der Kostenrechner mit Ihren Zahlen. Weitere Kostenposten beider Modelle vergleicht der Beitrag Kosten im Vergleich.
Wann eine Plattform ihr Geld wert ist
Eine hohe Provision ist nicht automatisch ein schlechtes Geschäft. Plattformen bringen Reichweite: Gäste, die Ihr Restaurant noch nicht kennen und in der App nach „Pizza“ oder „Sushi“ suchen. Für diese Erstbestellung kann eine Provision vertretbar sein, ähnlich wie eine Werbeanzeige. Teuer wird es bei Gästen, die Sie längst kennen und die aus Gewohnheit über die App bestellen. Fragen Sie sich deshalb nicht nur „Was kostet die Plattform?“, sondern „Wofür zahle ich?“. Neue Gäste zu gewinnen und Stammgäste zu behalten, sind zwei verschiedene Aufgaben.
Vor dem nächsten Vertragsgespräch
- Lassen Sie sich alle Gebühren schriftlich auflisten, nicht nur die Provision.
- Fragen Sie, worauf sich der Prozentsatz bezieht: mit oder ohne Liefergebühr, netto oder brutto.
- Klären Sie Laufzeit, Kündigungsfrist und ob Geräte zurückgegeben werden müssen.
- Prüfen Sie, ob Sie selbst liefern und damit den niedrigeren Satz nutzen können.
Wie Sie die Plattformkosten Schritt für Schritt senken, ohne auf neue Gäste zu verzichten, beschreibt der Beitrag Lieferando-Provisionen senken.


