Systemwechsel
Kostenlose GloriaFood-Alternative? Was gratis bleibt und was trotzdem kostet
Viele Betriebe haben GloriaFood gewählt, weil der Grundtarif nichts kostete. Vor dem Umzug lohnt ein nüchterner Blick: Was ist bei kostenlosen Lösungen wirklich gratis – und wann ist ein fester Preis die günstigere Wahl?

Rechnen Sie nicht nur die Lizenz, sondern zwölf Monate: Gebühren, Geräte, Zusatzfunktionen und die Stunden, die Sie selbst investieren.
GloriaFood hat seinen Grundtarif als kostenlose Do-it-yourself-Plattform angeboten. Geld verdiente der Dienst mit Premium-Funktionen, die Restaurants zusätzlich buchen konnten. Das hat funktioniert, solange der Dienst lief – am 30. April 2027 endet er (alle Fakten zum Ende). Wer jetzt wieder nach „kostenlos“ sucht, sollte wissen, wofür die Rechnung trotzdem kommt.
Welche kostenlosen Wege es gibt
Kostenlos bedeutet in der Praxis meist eines von vier Modellen:
- Freemium-Bestellsysteme: Der Grundtarif kostet nichts. Online-Zahlung, eigene App oder Werbefunktionen kosten extra – das Modell von GloriaFood.
- Plattformen ohne Grundgebühr: Keine Monatskosten, dafür eine Provision auf jede Bestellung. Bei wenig Umsatz günstig, bei vielen Stammgästen teuer. Welche Sätze berichtet werden, zeigt unser Provisionsvergleich.
- Shop-Software zum Selbstbetreiben: Die Software ist frei. Hosting, Sicherheitsupdates, Pflege und Erweiterungen für Größen, Extras und Lieferzonen sind es nicht.
- Bestellung per Telefon oder Messenger: Keine Software, aber jede Bestellung wird von Hand aufgenommen, abgeschrieben und weitergegeben.
Was trotzdem Geld kostet
Auch wenn die Software nichts kostet, fallen bei fast jeder Lösung diese Posten an:
- Zahlungsgebühren. Wer Online-Zahlung anbietet, zahlt dem Zahlungsdienst Gebühren pro Transaktion – unabhängig vom Bestellsystem.
- Geräte. Ein Tablet für die Annahme und ein Bondrucker für die Küche. Ohne Drucker schreibt jemand Bestellungen ab.
- Zusatzfunktionen. Was im Grundtarif fehlt, wird oft zum Monatsbetrag: Online-Zahlung, eigene Domain, Werbefunktionen oder ein Auftritt ohne Logo des Anbieters.
- Ihre Zeit. Speisekarte mit Größen und Extras anlegen, Bilder zuschneiden, Lieferzonen einzeichnen, Fehler suchen. Wer das selbst macht, bezahlt mit Abenden.
- Das Risiko eines erneuten Umzugs. Ein kostenloser Dienst finanziert sich auf anderen Wegen und kann sein Angebot ändern oder einstellen. GloriaFood ist dafür gerade das Beispiel. Jeder Umzug kostet wieder Zeit, Drucksachen und Gäste, die den alten Link nutzen.
Fünf Fragen an jedes kostenlose Angebot
Bevor Sie Ihre Speisekarte erneut in ein kostenloses System eintragen, klären Sie diese Punkte. Die Antworten stehen meist in den Nutzungsbedingungen oder auf der Preisseite des Anbieters:
- Datenexport: Können Sie Speisekarte und Bestellungen jederzeit in einem lesbaren Format herunterladen? Ohne Export beginnt der nächste Umzug wieder bei null.
- Adresse: Läuft der Shop unter Ihrer eigenen Domain oder unter einer Adresse des Anbieters? Steht die Adresse des Anbieters auf Ihren Flyern, müssen Sie bei einem Wechsel neu drucken.
- Branding: Zeigt der Shop das Logo oder Werbung des Anbieters? Ist das nur gegen Aufpreis abschaltbar?
- Ankündigungsfrist: Mit welchem Vorlauf darf der Anbieter Preise ändern oder den Dienst einstellen?
- Support: Gibt es Hilfe per Telefon, per E-Mail oder nur ein Forum? Und zu welchen Zeiten?
Ein kostenloses Angebot, das alle fünf Fragen gut beantwortet, ist eine ernsthafte Option. Fehlen die Antworten, tragen Sie das Risiko.
Eine einfache Zwölf-Monats-Rechnung
Vergleichen Sie Angebote immer über ein Jahr und mit denselben Posten. Eine Tabelle reicht:
| Posten | Kostenlose Lösung | Lösung mit Festpreis |
|---|---|---|
| Lizenz oder Grundgebühr | 0 € | laut Angebot |
| Zusatzfunktionen, die Sie wirklich brauchen | Preis je Funktion × 12 | im Angebot prüfen |
| Zahlungsgebühren | je nach Zahlungsdienst | je nach Zahlungsdienst |
| Tablet und Bondrucker | selbst kaufen | im Angebot prüfen |
| Einrichtung der Speisekarte | Ihre Stunden × Stundensatz | laut Angebot |
| Laufende Pflege und Störungen | Ihre Stunden × Stundensatz | laut Angebot |
Setzen Sie für Ihre Stunden einen ehrlichen Stundensatz an. Zum Vergleich: Bei Lieferfrei kostet das erste Jahr 2.178 € inklusive MwSt. – das Startpaket für 750 € mit Website, Webshop, Tablet, Bondrucker und 5.000 Flyern plus zwölf Monate zu je 119 €. Eine Provision pro Bestellung fällt nicht an. Was genau enthalten ist, steht auf der Preisseite.
Wann kostenlos wirklich reicht
Eine kostenlose Lösung kann die richtige Wahl sein, wenn
- Sie erst testen wollen, ob Ihre Gäste überhaupt online bestellen,
- Ihre Karte klein ist und ohne Größen und viele Extras auskommt,
- jemand im Team gern selbst einrichtet und den Shop regelmäßig pflegt,
- Online-Bestellungen nur einen kleinen Teil Ihres Umsatzes ausmachen.
Wann sich ein fester Preis eher lohnt
- Ihre Karte hat Größen, Pflichtauswahl und Extras mit Aufpreisen, die sauber auf dem Bon landen müssen.
- Online-Bestellungen sind ein fester Teil Ihres Abendgeschäfts.
- Sie möchten bei einer Störung jemanden anrufen können, auch am Wochenende.
- Sie möchten nicht in zwei Jahren erneut umziehen.
Ob sich ein fester Monatspreis gegenüber einer Provision rechnet, hängt vom Umsatz ab, den Sie direkt abwickeln. Der Kostenrechner zeigt die Schwelle mit Ihren eigenen Zahlen.


